Anwendungen

Anwendungen

 

Bei der TMS handelt es sich um eine Technik, welche die Stimulationen ausgewählter Hirnareale durch den intakten Schädel ermöglicht. Die Stimulation erfolgt über kurze Magnetpulse, die einen Stromfluss in oberflächennahen Gehirnarealen induzieren. Auf diese Weise kann die Gehirnaktivität ohne chirurgischen Eingriff oder Einsatz von externen Elektroden ausgelöst oder moduliert werden. Somit handelt es sich um eine nicht invasive Behandlungsmethode mit folgenden Vorteilen:

• Eine Vorbereitung der Haut ist nicht erforderlich.

• Das Magnetfeld ist in der Lage, Strukturen mit hohem Widerstand, wie den Schädelknochen, ohne Abschwächung zu durchdringen.

• Nahezu schmerzfrei da kein Strom durch die Haut fließen muss

 

Je nach Stimulationsprotokoll wird die Aktivität von Neuronen für einen bestimmten Zeitraum gehemmt oder angeregt. Darüber hinaus ist die repetitive TMS, auch als rTMS bezeichnet, in der Lage, lang anhaltende Änderungen in der elektrokortikalen Funktion zu erzeugen.

Durch die Nutzung bildgebender Verfahren, wie fMRT und PET, können hyperaktive (z.B. bei Tinnitus) oder gehemmte (z.B. bei Depression) Gehirnregionen identifiziert und anschließend mit rTMS moduliert werden. Diese positiven Effekte der Stimulationsmethode fördern den therapeutischen Einsatz der rTMS.
Die TMS leistet ihren Beitrag auch bei der Forschung im Bereich der Neurowissenschaft, da sie die Beteiligung von Gehirnregionen an verschiedenen kognitiven Aufgaben oder Denkprozessen veranschaulicht.

 

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an möglichen Anwendungen der rTMS. Weiterführende Informationen finden Sie auch auf www.tms-therapie.de

 

  • Diagnosis

DIAGNOSE

Die TMS gehört dank ihrer diagnostischen Sensitivität und ihrer einfachen durchführbarkeit seit ungefähr 20 Jahren zum Repertoire der neurologischen Diagnostik. Die TMS ist die Methode der Wahl zur nicht-invasiven, schmerzosen Stimulation und Hemmung sensorischer, motorischer und kognitiver Areale der Großhirnrinde.

Die TMS in Kombination mit EMG-Verstärkern bietet folgende diagnostische Möglichkeiten:

• Bestimmung zentraler motorischer Latenzzeiten

• Bestimmung peripherer motorischer Latenzzeiten

• Untersuchung von somato-sensorisch, durch Nervenreizung und   durch Muskelkontraktion evozierten Potentialen

• Bestimmung motorisch evozierter Potentiale (Arm- und Handmuskel, Bein- und Fußmuskel;   kraniale, axiale und proximale Muskeln)

 

 

  • Depression

THERAPIE

Therapeutisch bietet die rTMS die Möglichkeit zur anhaltenden Neuromodulation durch die Induktion von Erregbarkeitsveränderungen im stimulierten Hirngewebe.

 

DEPRESSION

Antidepressiva wirken nicht – für eine Elektrokrampftherapie ist es noch zu früh. Die therapeutische Lücke der therapieresistenten Depression kann anhand der repetitiven TMS geschlossen werden. Im TMS stimulierten Areal nimmt die Durchblutung und damit der Hirnstoffwechsel zu. Neue Stimulationsprotokolle, wie die hochfrequente 50 Hz Theta-Burst-Stimulation (TBS) regen die verminderte Hirnaktivität im dorsolateralen, präfrontalen Kortex des Patienten an. Eine klassische Behandlungsserie der TBS besteht aus täglichen Einzelbehandlungen (600 Stimuli pro Tag, ~5 min Behandlungsdauer) der linken Stirnseite über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen.

 

TINNITUS

Zischen, Pfeifen, Kreischen – Millionen Deutsche leiden an chronischem Tinnitus. Die Tinnituswahrnehmung steht in direktem Zusammenhang mit einer Hyperaktivität des Gehörzentrums. Eine präzise Dosierung niederfrequenter 1 Hz Stimuli über dem temporalen Kortex moduliert Funktionsveränderungen im betroffenen Hirnareal. Als Stimulationsparameter werden tägliche Einzelbehandlungen (1 Hz, 1000 – 2000 Stimuli, ~30 min Behandlungsdauer) über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen verwendet. Erfolgversprechende Parameter sind ein möglichst gutes Hörvermögen des Patienten und eine Tinnitusdauer von bis zu 4 Jahren.

 

SCHLAGANFALL

Rehabilitation nach Schlaganfall – schnelle Therapie kann motorische Funktionen verbessern. Nach einem Schlaganfall geraten die beiden Hemisphären des Gehirns aus dem natürlichen Gleichgewicht, das kann zu Bewegungs- und Wahrnehmungsstörungen führen. Die periphere Magnetstimulation (PMS) beruht auf der Aktivierung von kortikalen Reorganisationsprozessen durch direkte Stimulation der betroffenen Muskeln der Extremitäten. Hierzu sind leistungsstarke Stimulationsgeräte notwendig, die auch bei höheren Pulsfrequenzen (20 bis 30 Hz) eine ausreichende Muskelkraft induzieren. Die magnetische Neurostimulation kann auch kortikal mit dem Ziel einer besseren Koordination eingesetzt werden.

 

 

  • online EEG_TMS

FORSCHUNG

Die experimentelle Hirnforschung profitiert enorm von der schmerzlosen und nichtinvasiven Möglichkeit das Gehirn zu reizen. Die TMS kann z.B. eine passagere Funktionsstörung in einem umschriebenen Kortexareal induzieren. Dieser Läsionseffekt kann durch psychophysische Messungen charakterisiert werden und lässt wichtige Rückschlüsse über die funktionielle Relevanz des stimulierten Kortexareals zu.

online EEG/TMS

Die hohe zeitliche Auflösung der Elektroenzephalographie (EEG) ermöglicht eine direkte Ableitung der durch die TMS ausgelösten Hirnaktivität. Neben der zeitlich getrennten Durchführung von TMS und EEG (offline-Methode) bietet vor allem die gleichzeitige Anwendung von TMS und EEG (online-Methode) eine einmalige Gelegenheit kortikokortikale Verbindungen zu untersuchen.

• Interaktive Methode: Analyse der TMS-Effekte auf funktionale
  Netzwerke bei kognitiven Aufgaben.

• Induktive Methode: Beurteilung der kortikalen Reaktivität und Konnektivität durch
  die Messung von Transkallosal Evozierten Potentialen (TEP).

• Rhythmische Methode: Überwachen der Beeinflussung der TMS-Stimulation auf die oszillatorische Gehirntätigkeit,
  um die kausalen Zusammenhänge zwischen den kortikalen Rhythmen und perzeptuellen, kognitiven oder
  motorischen Prozessen zu verstehen.

Die im PowerMAG research verwendeten innovativen Hardwarelösungen ermöglichen die Aufzeichnung von kontinuierlichen EEGs ohne Störungen durch Nachladeartefakte der Spule oder 50Hz Einkopplungen in den Zuleitungen.

 

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